Im Nahverkehr wird nicht Auftrag für Auftrag disponiert. Ein Fahrzeug holt Sendungen bei mehreren Kunden ab, fährt über das Lager und stellt anschließend bei verschiedenen Empfängern zu. Entscheidend ist dabei die Rollkarte: Sie bestimmt, welche Sendung mitfährt und in welcher Reihenfolge abgeholt oder zugestellt wird.
Mit SPED3 Version 3.26.0.85 wird genau dieser Ablauf jetzt direkt mit der MicrotronX App verbunden.
Der Disponent kann einen zusammengestellten Sammler als komplette Rollkarte an das Fahrergerät senden. Der Fahrer erhält die zugehörigen Sendungen in der geplanten Abhol- bzw. Entladereihenfolge – mit den entsprechenden Adressen und Sendungsinformationen.
📱 Vom Sammler direkt auf das Fahrergerät
Bisher erfolgte die Anbindung der MicrotronX App im Wesentlichen über den einzelnen Auftrag. Eine Position wurde in der Auftragserfassung einem Fahrzeug zugeordnet und anschließend an das Fahrergerät gesendet.
Für einzelne Transporte ist das sinnvoll. Im Nahverkehr mit Sammelfahrten sieht die tägliche Arbeit jedoch anders aus: Der Disponent stellt eine komplette Tour zusammen und organisiert die einzelnen Positionen innerhalb einer Rollkarte.
Deshalb wurde die App-Anbindung jetzt direkt in die Disposition integriert.
Der Sammler, den der Disponent ohnehin bearbeitet, wird damit zur Grundlage für die Tour auf dem Fahrergerät.
🖥️ Neue App-Verbindung direkt in der Disposition
Je Fahrzeugzeile steht in der Disposition ein neuer Reiter „MicrotronX App Verbindung“ zur Verfügung.
Auf der linken Seite befinden sich die Informationen zum Sammler mit Fahrzeug, Anhänger und Fahrer. Dort stehen außerdem die entsprechenden Aktionen und der aktuelle Sendestatus zur Verfügung.
Der Disponent erkennt damit auf einen Blick:
- wie viele Positionen bereits an die App gesendet wurden,
- wie viele Positionen noch nicht gesendet wurden,
- welche Positionen seit dem letzten Senden verändert wurden und
- ob sich auf dem Fahrergerät noch Positionen befinden, die inzwischen aus dem Sammler entfernt wurden.
Auf der rechten Seite werden die Positionen übersichtlich als Karten dargestellt.
📋 Abholen, Zustellen oder Verlauf
Die Kartenansicht kann zwischen drei Sichten umgeschaltet werden:
- Abholen: Die Positionen erscheinen in der geplanten Abholreihenfolge mit der jeweiligen Ladeadresse.
- Zustellen: Die Positionen werden in der vorgesehenen Entladereihenfolge mit der jeweiligen Entladeadresse dargestellt.
- Verlauf: Sende- und Löschvorgänge der aktuellen Sitzung werden mit Uhrzeit protokolliert.
Die einzelnen Karten enthalten die für den Disponenten wichtigen Informationen: Position innerhalb der Rollkarte, Auftragsnummer, Kennzeichen, Paletten und Colli, Gewicht, Lade- und Entladeadresse sowie den aktuellen Sendestand.
Über die Auftragsnummer kann der zugehörige Auftrag direkt geöffnet werden.
🏭 Direkt zum Kunden oder über das Zwischenlager?
Eine Sammelfahrt besteht häufig aus mehreren Transportabschnitten. Eine Sendung kann direkt beim Kunden abgeholt werden, über ein Lager laufen oder aus dem Lager heraus zugestellt werden.
Der Disponent kann deshalb je Position festlegen, wie die jeweilige Sendung behandelt werden soll.
Direktabholung
Bei einer Direktabholung wird der Versender als Ladeadresse verwendet. Die Entladeadresse ist das Lager des Sammlers.
Direktzustellung
Bei einer Direktzustellung startet die Position am Lager. Als Entladeadresse wird der Empfänger verwendet.
Transport über Zwischenlager
Ohne entsprechende Direktkennzeichnung läuft die Position über das in der Position hinterlegte Zwischenlager.
Fehlt dort ein notwendiger Termin, wird die Karte rot hervorgehoben und die Position nicht an das Fahrergerät gesendet. Damit wird verhindert, dass beim Fahrer eine Position mit einem unvollständigen Zeitfenster landet.
Auf diese Weise bleibt die Rollkarte auch bei Transportketten mit Vorholung, Hauptlauf und Nachlauf nachvollziehbar.
📤 Ein Klick sendet die komplette Rollkarte
Mit „An App senden“ werden die Positionen des Sammlers in ihrer aktuellen Reihenfolge übertragen.
Bei größeren Sammlern kann dieser Vorgang einige Sekunden dauern. Ein Fortschrittsbalken zeigt deshalb den aktuellen Stand der Übertragung an.
Der Disponent kann währenddessen in der Positionsliste weiterarbeiten. Die Oberfläche bleibt bis zum Abschluss auf den gerade sendenden Sammler bezogen und zieht einen zwischenzeitlichen Wechsel anschließend automatisch nach.
🔴 Seit dem Senden geändert?
Eine Rollkarte ist nicht zwangsläufig fertig, nur weil sie bereits an den Fahrer gesendet wurde.
Vielleicht ändert sich die Reihenfolge. Das Gewicht wird korrigiert. Paletten oder Colli ändern sich. Eine Adresse oder ein Termin wird angepasst.
MicrotronX ERP merkt sich deshalb für jede Position, wann, an wen und in welchem Zustand sie übertragen wurde.
Wird anschließend eine für die Rollkarte relevante Information verändert, erscheint an der Auftragsnummer der rote Hinweis:
„seit dem Senden geändert“
Der Disponent erkennt dadurch unmittelbar, dass der Informationsstand im ERP und der zuletzt an den Fahrer übertragene Stand nicht mehr identisch sind.
Nach erneutem Senden wird die Position auf dem Fahrergerät aktualisiert und der Hinweis verschwindet.
🔄 Die Disposition bleibt das Soll
Besonders wichtig ist das Verhalten bei Änderungen an der Tour.
Wird eine Position aus einem Sammler entfernt, soll sie natürlich nicht dauerhaft auf dem Fahrergerät verbleiben.
Beim nächsten Senden wird deshalb auch die App mit dem aktuellen Stand der Rollkarte abgeglichen. Positionen, die nicht mehr zum Sammler gehören, werden auf dem Fahrergerät entsprechend entfernt.
Die Rollkarte in der Disposition ist damit der maßgebliche Soll-Zustand.
Das Fahrergerät wird beim Senden an diesen Stand angeglichen.
💬 Push-Nachricht direkt zu einer Position senden
Nicht jede Information rechtfertigt eine Änderung des gesamten Auftrags. Manchmal muss der Fahrer lediglich einen kurzen zusätzlichen Hinweis erhalten.
Deshalb kann der Disponent direkt aus einer Positionskarte eine Push-Nachricht senden, beispielsweise:
- „Bitte vor 10 Uhr.“
- „Anlieferung Tor 3.“
- „Bitte vor Ankunft beim Empfänger melden.“
Das Textfeld wird direkt in der Karte geöffnet und kann unmittelbar verwendet werden. Mit Enter wird die Nachricht gesendet und beim Fahrer dem richtigen Auftrag zugeordnet.
🗑️ Eine komplette Tour zurückziehen
Auch dafür gibt es einen klaren Weg.
Über „Alles aus der App löschen“ können sämtliche Sendungen des betreffenden Sammlers vom Fahrergerät entfernt werden.
Dabei werden auch Positionen berücksichtigt, die zwischenzeitlich aus dem Sammler entfernt wurden.
Damit lässt sich beispielsweise eine bereits übertragene Tour vollständig zurückziehen, ohne jede einzelne Position separat bearbeiten zu müssen.
🔗 Rollkarte und Einzelzuordnung können parallel bestehen
In der Praxis gibt es Transportketten, bei denen eine Position zunächst einzeln an ein Fahrzeug gesendet wird und später Bestandteil einer Sammelfahrt wird.
Beispielsweise übernimmt ein Fahrzeug die Vorholung. Nach dem Umschlag im Lager wird die Sendung anschließend über einen Sammler zugestellt.
Beide Wege bleiben deshalb erhalten. Die Sendung über einen Sammler ist eine eigene Sendungsart neben Hauptlauf, Vorholung und Nachlauf und wird über den jeweiligen Sammler gesteuert.
Ein erneutes Senden des Hauptlaufs überschreibt dabei nicht die eigenständige Sammler-Sendung.
🔎 Auch im Auftrag bleibt die Rollkarte sichtbar
Die Verbindung funktioniert nicht nur aus Richtung der Disposition.
Im App-Bereich der Auftragserfassung gibt es für die Position einen neuen Abschnitt „Rollkarten“.
Dort ist sichtbar:
- in welchem Sammler die Position mitfährt,
- welches Fahrzeug zugeordnet ist,
- an welcher Stelle der Rollkarte sich die Position befindet und
- wann die Position an die App gesendet wurde.
Von dort kann direkt in die Disposition zum passenden Sammler gewechselt werden.
Bei Vorholung bzw. Nachlauf weist MicrotronX ERP zusätzlich darauf hin, wenn dieser Teil des Transportablaufs „über Sammler …“ abgewickelt wird.
📲 Was sieht der Fahrer?
Auf dem Fahrergerät erscheinen die über den Sammler übertragenen Positionen als eigene Aufträge in der Reihenfolge der Rollkarte.
Dabei wird zwischen Abholen und Zustellen unterschieden.
Auch Statusmeldungen können passend zur jeweiligen Phase gefiltert werden. Ein Status kann zentral so konfiguriert werden, dass er für die Abholphase, für die Zustellphase oder für beide Phasen zur Verfügung steht.
Eine speziell auf Rollkarten ausgelegte Ansicht innerhalb der MicrotronX App ist als weiterer Ausbauschritt für ein kommendes App-Release vorgesehen.
🌍 Auch die neuen Funktionen sind international ausgelegt
Die neuen Oberflächentexte der Rollkarten- und App-Funktionen stehen in 16 Sprachen zur Verfügung.
Damit lässt sich die neue Funktion auch in internationalen Fahrer- und Dispositionsumgebungen einsetzen.
⚙️ Voraussetzungen
- MicrotronX SPED3 ab Version 3.26.0.85
- MicrotronX App ab Store-Build Version 3.26.15 vom 11.09.2026 für das vollständige Ausblenden durch die Disposition gelöschter Aufträge und den Phasen-Filter
- aktualisierter ERP-Server
Bei gehosteten Installationen wird die erforderliche Serveraktualisierung automatisch eingespielt.
🚛 Disposition und Fahrer enger miteinander verbinden
Der entscheidende Vorteil der neuen Funktion liegt nicht darin, einfach mehrere Aufträge gleichzeitig an ein Smartphone zu schicken.
Die Rollkarte selbst wird zum verbindenden Element zwischen Disponent und Fahrer.
Der Disponent plant seine Sammelfahrt weiterhin dort, wo er sie heute plant: in der Disposition. Aus dieser Planung entsteht anschließend unmittelbar die Arbeitsreihenfolge auf dem Fahrergerät.
Ändert sich die Tour, zeigt MicrotronX ERP die Abweichungen an und kann den Stand auf dem Gerät beim erneuten Senden wieder mit der aktuellen Rollkarte abgleichen.
Fazit
Mit SPED3 3.26.0.85 wird die Anbindung der MicrotronX App konsequent in die Nahverkehrsdisposition erweitert.
Komplette Sammler können als Rollkarte übertragen, Änderungen nachverfolgt, Positionen aktualisiert oder entfernt und kurze Hinweise direkt per Push an den Fahrer gesendet werden.
Gleichzeitig bleibt die klassische Einzelzuordnung für Hauptlauf, Vorholung und Nachlauf bestehen.
Der Disponent plant die Tour – und genau diese Planung kommt beim Fahrer an.