Beim Umschlag und bei der Verladung zählt am Ende eine entscheidende Frage: Sind wirklich die richtigen Versandeinheiten auf dem richtigen Fahrzeug?
Gerade bei Sammelverkehren mit zahlreichen Sendungen und Paletten reicht eine rein visuelle Kontrolle schnell nicht mehr aus. Mit dem Sammler-Barcodecheck im MicrotronX ERP können NVE-/SSCC-Barcodes gescannt und anschließend mit den im ERP erwarteten Versandeinheiten abgeglichen werden.
So wird aus dem Barcode auf der Palette ein aktives Kontrollinstrument für Disposition und Umschlag.
📦 Soll und Ist digital miteinander vergleichen
Die Grundlage für die Kontrolle bilden die im MicrotronX ERP vorhandenen Sendungs- und Barcodeinformationen des Sammelverkehrs.
Beim Scannen der Versandeinheiten entsteht die tatsächliche Ist-Situation. Anschließend kann geprüft werden, ob die erfassten Barcodes zu den für den Sammelverkehr vorgesehenen Versandeinheiten passen.
Damit lassen sich Abweichungen wesentlich schneller erkennen, als wenn Paletten ausschließlich anhand von Papierlisten, Auftragsnummern oder Empfängerangaben kontrolliert werden.
🔎 Unbekannte und überzählige NVE erkennen
Besonders wichtig ist die Erkennung von Barcodes, die zwar gescannt wurden, aber nicht zu den erwarteten Versandeinheiten des Sammelverkehrs gehören.
MicrotronX ERP kann solche überzähligen bzw. unbekannten NVE innerhalb des Sammler-Barcodechecks ausweisen.
Das gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit, eine Abweichung zu prüfen, bevor die weitere Abwicklung erfolgt.
Ein versehentlich am falschen Verladebereich abgestelltes Packstück kann damit beispielsweise auffallen, sobald sein Barcode in einem Sammelverkehr auftaucht, zu dem es nicht gehört.
🏷️ Auch fehlende Barcodelabels werden sichtbar
Eine vollständige Barcodekontrolle funktioniert nur, wenn die vorgesehenen Versandeinheiten überhaupt über entsprechende Barcodes verfügen.
Deshalb wurde die Überprüfung im MicrotronX ERP zusätzlich um den Bereich „Barcodelabel fehlt“ erweitert.
Sendungen, für die keine Barcodes erzeugt wurden, können damit separat ausgewiesen werden. Die Kontrolle beschränkt sich also nicht nur auf das, was gescannt wurde – auch fehlende Voraussetzungen für eine vollständige Barcodeprüfung werden sichtbar.
⚠️ Schaden direkt an der betroffenen Versandeinheit erfassen
Beim Umschlag geht es nicht ausschließlich darum, ob eine Palette vorhanden ist. Ebenso wichtig ist ihr Zustand.
Die Schadenserfassung für NVE/SSCC wurde deshalb direkt mit dem Sammler-Barcodecheck verbunden. Nach der Überprüfung kann die Schadenserfassung unmittelbar aus der entsprechenden Barcode-Seite im Dispositionsmodul geöffnet werden.
Auch für überzählige Paletten wurde diese Möglichkeit aktiviert.
Dadurch kann sich die Dokumentation unmittelbar auf die tatsächlich betroffene Versandeinheit beziehen, anstatt einen Schaden lediglich allgemein beim gesamten Transportauftrag zu hinterlegen.
📋 Status und Schaden strukturiert dokumentieren
Die Barcode-Schadenserfassung wurde zusätzlich zu einer kombinierten Status- und Schadenserfassung pro einzelner Barcode-Einheit weiterentwickelt.
Dafür stehen Stammdaten für Status- und Schadensgründe zur Verfügung, in denen unter anderem Texte, Codes und Subcodes strukturiert gepflegt werden können.
Zusätzliche Informationen wie Uhrzeit, Code und Subcode ermöglichen eine differenziertere Dokumentation des jeweiligen Ereignisses.
Damit lässt sich beispielsweise nicht nur festhalten, dass bei einer Versandeinheit eine Abweichung festgestellt wurde, sondern die Information kann strukturierter für die weitere Verarbeitung erfasst werden.
📷 Dokumentation bis auf Packstückebene
Die Barcodeliste wurde außerdem um Dateianlagen pro NVE/SSCC erweitert.
Damit entsteht die technische Grundlage, Dokumente und weitere Informationen unmittelbar mit einer konkreten Versandeinheit zu verbinden.
Parallel dazu wurde auch die MicrotronX Barcodescanner-Infrastruktur weiterentwickelt. Die mobilen Scanner können Status- und Schadensinformationen mit dem Server austauschen; weitere Erweiterungen ermöglichen eine immer engere Verbindung zwischen Barcode, Notiz, Foto und der jeweiligen Versandeinheit.
🚛 Ein Beispiel aus dem Umschlag
Ein Sammelverkehr besteht aus mehreren Sendungen mit zahlreichen Paletten. Die Versandeinheiten werden an der Rampe bereitgestellt und vor bzw. während der weiteren Bearbeitung gescannt.
Der Barcodecheck kann dabei unterschiedliche Situationen sichtbar machen:
- Eine erwartete NVE wurde korrekt gescannt.
- Eine gescannte NVE gehört nicht zum vorgesehenen Sammelverkehr.
- Für eine Sendung wurde kein Barcodelabel erzeugt.
- Bei einer konkreten Versandeinheit wurde ein Schaden festgestellt.
Damit entsteht aus vielen einzelnen Scanvorgängen eine strukturierte Kontrolle des gesamten Sammelverkehrs.
🔗 Der Barcode verbindet Ware und ERP
Der große Vorteil liegt in der Verbindung zwischen physischer und digitaler Welt.
Vor dem Mitarbeiter steht eine reale Palette. Auf dieser Palette befindet sich eine eindeutige NVE bzw. ein SSCC. Im MicrotronX ERP gehört diese Kennzeichnung zu den entsprechenden Transport- und Sendungsinformationen.
Der Scan stellt die Verbindung zwischen beiden Ebenen her:
Palette → Barcode → NVE/SSCC → Sendungsdaten → Sammelverkehr
Dadurch kann das ERP nicht nur wissen, welche Sendungen theoretisch disponiert wurden, sondern die tatsächlich gescannten Versandeinheiten in die operative Kontrolle einbeziehen.
📱 Zusammenspiel mit dem MicrotronX Barcodescanner
Die Barcodeprozesse werden durch die MicrotronX Barcodescanner-Lösung ergänzt. Die Kommunikation zwischen mobilen Android-Scannern und dem entsprechenden Servermodul wurde kontinuierlich hinsichtlich Geschwindigkeit, Stabilität und zusätzlicher Informationen weiterentwickelt.
Damit können Scanvorgänge unmittelbar dort stattfinden, wo sich die Ware befindet – beispielsweise an der Rampe, im Umschlag oder im Lager.
Die erfassten Informationen stehen anschließend für die weitere Verarbeitung innerhalb der MicrotronX-Prozesse zur Verfügung.
⚡ Weniger Listen, schnellere Kontrolle
Der Sammler-Barcodecheck ersetzt nicht die organisatorische Verantwortung bei der Verladung. Er liefert den Mitarbeitern jedoch ein leistungsfähiges digitales Werkzeug, um Abweichungen zwischen den erwarteten und den tatsächlich gescannten Versandeinheiten schneller sichtbar zu machen.
Gerade bei größeren Sammelverkehren reduziert dies die Abhängigkeit von manuellen Listen und visuellen Einzelkontrollen.
🚀 Vom Barcode zum durchgängigen Logistikprozess
Die Verladekontrolle zeigt besonders anschaulich, welchen Nutzen eine eindeutige digitale Identifikation von Versandeinheiten hat.
NVE und SSCC dienen nicht nur zum Drucken eines Etiketts. Dieselbe Identifikation kann für Auftragserfassung, Recherche, Disposition, Barcodekontrolle, Status- und Schadenserfassung sowie weitere nachgelagerte Prozesse verwendet werden.
Damit wird der Barcode zu einem verbindenden Element innerhalb der gesamten Transportabwicklung.
Fazit
Mit dem Sammler-Barcodecheck unterstützt MicrotronX ERP die digitale Kontrolle von Versandeinheiten innerhalb von Sammelverkehren.
Erwartete und gescannte NVE/SSCC können miteinander abgeglichen, unbekannte bzw. überzählige Einheiten erkannt, fehlende Barcodelabels sichtbar gemacht und Schäden unmittelbar auf Ebene der betroffenen Versandeinheit dokumentiert werden.
So wird aus der einfachen Frage „Ist alles auf dem LKW?“ ein strukturierter, barcodegestützter Kontrollprozess direkt im MicrotronX ERP.